Wie man einen Kampfroboter in 3D modelliert

Diese Anleitung dreht sich um das Modellieren, also um das Erstellen einer Konstruktion am Computer.

Den Körper des Roboters
in CAD-Software modellieren

Bevor du den Drucker einschaltest, brauchst du ein digitales 3D-Modell. Es entsteht in spezialisierter CAD-Software (Computer-Aided Design). 

Software-Auswahl

Es gibt viele Programme, von einfach bis professionell. Für den Anfang sind diese eine ausgezeichnete Wahl:

  • Autodesk Fusion 360: Sehr beliebt in der Community der Roboterbauer. Für Hobbynutzung und Start-ups kostenlos. Extrem leistungsfähig und trotzdem mit freundlicher Lernkurve. Bietet großartige Werkzeuge für präzises Modellieren.

  • Tinkercad: Ein völlig kostenloses Webprogramm, ideal für absolute Einsteiger. Du arbeitest, indem du Grundformen (Würfel, Zylinder) zusammensetzt und abziehst. Für einfache Chassis kann das reichen, für komplexere Roboter ist es nicht mehr geeignet.

  • Onshape: Ein professionelles CAD mit einer kostenlosen Version für öffentliche Projekte. Du musst nichts herunterladen, es läuft im Webbrowser. Der Nachteil der kostenlosen Version: Theoretisch kann sich jeder dein erstelltes Modell ansehen.

Konzept und Planung

Zuerst musst du dir immer überlegen, was für einen Roboter du eigentlich bauen willst, wie er aussehen soll, welche Waffe und welchen Antrieb er bekommt und was er können soll. Danach suchst du passende Elektronik, damit der Roboter fährt. Steht das erste Konzept, ist es hilfreich, es zu Papier zu bringen – zumindest als einfache Skizze, an der du dich während des Modellierens orientieren kannst.

Fang niemals „blind“ mit dem Modellieren an. Du musst zuerst alles kennen, was in den Roboter passen muss.

  • Alle Bauteile ausmessen: Nimm einen Messschieber oder ein Lineal und miss alle Teile, die in den Roboter kommen: Motoren, Räder, elektronische Fahrtenregler (ESC), den Empfänger, den Akku, den Schalter und vor allem dein Waffensystem.

  • Modelle der Bauteile anlegen: Erstelle in deinem CAD-Programm einfache Quader oder Zylinder, die den Maßen deiner Bauteile exakt entsprechen. So siehst du, wie viel Platz sie brauchen. Alternativ kannst du für gängige Teile fertige Modelle herunterladen.

  • Die Anordnung der Bauteile testen: Versuche, die Bauteile so nebeneinander anzuordnen, dass sie möglichst wenig Platz einnehmen – vergiss dabei aber nicht den Raum für die Kabel. So bekommst du ein Gefühl dafür, wie groß dein Roboter wird und ob die Konstruktion überhaupt realistisch ist.

Das Modellieren selbst

Mit einem vorbereiteten Plan fällt das Modellieren deutlich leichter.

  • Beginne mit der Basis: Erstelle die Bodenplatte des Roboters, idealerweise 2–3 mm dick.

  • Setze die Bauteile: Platziere deine Bauteilmodelle auf der Basis. Ordne sie so an, dass der Roboter gut ausbalanciert ist und alles passt. Lass Platz für die Kabelführung.

  • Erstelle die Wände: Baue die Außenwände des Roboters um die Bauteile herum. Denk an die Dicke – die Wände müssen etwas aushalten. Für einen Antweight-Roboter ist eine Wandstärke von etwa 2,7 mm ein guter Ausgangspunkt.

  • Integriere Befestigungen: Ergänze Löcher für Schrauben oder Gewindeeinsätze, Laschen und Halter, um Motoren, Akku und weitere Elektronik zu sichern. Denk daran, wie sich der Roboter leicht zerlegen und reparieren lässt.

  • Konstruiere den Deckel: Der Körper besteht oft aus einer unteren „Wanne“ und einem Deckel. Überlege dir, wie der Deckel gesichert wird – meist über Schrauben und im Körper eingelassene Gewindeeinsätze.

Optimierung für den 3D-Druck

Das Modell muss nicht nur funktionieren, sondern sich auch gut drucken lassen.

  • Vermeide große Überhänge: Ein 3D-Drucker druckt in Schichten. Steht eine Schicht mehr als 45–60 Grad über der darunterliegenden über, braucht sie temporäre Stützen, die nach dem Druck entfernt werden müssen. Konstruiere das Modell so, dass möglichst wenige Stützen nötig sind.

  • Nutze Verrundungen: Scharfe Innenecken sind Schwachstellen, an denen Risse entstehen und Teile des Rahmens abbrechen können. Mit Verrundungen erhöhst du die Festigkeit des Teils deutlich.

  • Richtige Ausrichtung: Überlege schon beim Modellieren, wie du das Teil drucken wirst. 3D-gedruckte Teile sind an der Verbindung zwischen den einzelnen Schichten am schwächsten. Das Teil sollte so ausgerichtet sein, dass die erwartete Aufprallkraft nicht in eine Richtung wirkt, in der sie die Schichten auseinanderziehen könnte.

  • Denk an die Extrusionsbreite: Jede Düse hat einen Durchmesser und eine empfohlene Extrusionsbreite. Eine übliche 0,4-mm-Düse druckt mit Standardeinstellungen eine Bahn von etwa 0,42–0,45 mm Breite. Es lohnt sich daher, Wandstärken so zu optimieren, dass sie Vielfache der Extrusionsbreite sind – vor allem, wenn die Wand nur aus äußeren Perimetern besteht (ohne Infill).

  • Export nach STL oder 3MF: Bist du mit dem Modell zufrieden, exportiere es in das Format STL oder 3MF. Das sind Standardformate, die die Slicer-Software (zur Druckvorbereitung) versteht.

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Vom Entwurf zum Kampf: 3D-Modell und gedruckte Teile, fertiger Antweight-Roboter in der Arena
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